Kerzenschein, geschmückte Gräber & jahrhundertealte Rituale: Am 2. November wird traditionell Allerseelen begangen. An diesem besonderen Gedenktag besuchen Menschen die Gräber ihrer Verstorbenen, schmücken sie mit Blumen und Kränzen & entzünden Kerzen. Doch woher stammen diese Bräuche eigentlich – und welche Bedeutung haben sie heute noch? Begeben Sie sich mit Sascha Stefan Ruehlow auf eine besondere Spurensuche auf dem Frankfurter Hauptfriedhof.
Die Veranstaltung
Feuer, Höllenqualen und die Angst um die eigene Seele: Jahrhundertelang war das Fegefeuer für gläubige Katholiken eine schreckliche Vorstellung. Wer nach seinem Tod nicht direkt ins Paradies durfte, musste hier für seine Sünden büßen – und zwar mit Feuer, Hitze und unvorstellbaren Qualen. Je größer die Sündenlast, desto länger sollte das Leiden dauern.
Doch die Lebenden konnten helfen! Gebete, Fürbitten und religiöse Rituale sollten die Zeit geliebter Verstorbener im Fegefeuer verkürzen. An
Allerseelen, dem 2. November, besuchte man die Gräber, betete für die Toten und ließ die Ruhestätten sicherheitshalber vom Priester mit Weihwasser segnen.
Aber was ist von diesen alten Vorstellungen und Ritualen heute noch übrig?
Bei unserem besonderen Allerseelen-Spaziergang über den
Frankfurter Hauptfriedhof begeben wir uns auf die Spuren von Fegefeuer, Totengedenken und jahrhundertealten Bräuchen. Wir erfahren, warum Allerseelen einst zu den wichtigen Tagen des Jahres gehörte und wie unterschiedlich Menschen heute mit Tod und Erinnerung umgehen.
Dabei blicken wir auch über Frankfurt hinaus: Warum wird beim mexikanischen
Día de Muertos bunt und ausgelassen mit den Verstorbenen gefeiert? Was unterscheidet Allerseelen vom heutigen Halloween? Und warum verschwinden manche jahrhundertealten Rituale, während andere plötzlich wieder populär werden?
Natürlich widmen wir uns auch dem Ort selbst:
Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem Frankfurter Hauptfriedhof? Welche bekannten Persönlichkeiten fanden hier ihre letzte Ruhe? Und was erwartet Frankfurter:innen eigentlich, wenn sie sich eines Tages selbst hier bestatten lassen möchten?
Ein ebenso schauriger wie spannender Friedhofsspaziergang über
Tod, Fegefeuer, alte Glaubensvorstellungen und moderne Erinnerungskultur – passend zu einem der geheimnisvollsten Gedenktage des Jahres.
Infos
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Treffpunkt: 15 Minuten vor Führungsbeginn vor dem Alten Portal gegenüber der Nationalbibliothek, Eckenheimer Landstraße 188, 60320 Frankfurt
Rollstuhl- und/oder Kinderwagengerecht: Ja
Mindestalter: keine Altersbegrenzung